Land und Leute
Ehem. Schulleiter Theodor Ebner 90 Jahre
Fest verwurzelt mit den Menschen und der
Natur im Bachlertal
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An der Hofstelle, wo er vor 90 Jahren als dreizehntes von vierzehn Kindern geboren wurde, wollte Theodor Ebner auch seinen Geburtstag feiern. Er ist stolz darauf, auf einem Bauernhof das Licht der Welt erblickt zu haben und in einer natürlichen Umgebung aufgewachsen zu sein. Die Schule besuchte er von 1922 bis 1929 in Pönning. In einem einzigen Klassenzimmer war er unter 70 Schülern ein hoffnungsvoller Spross. Danach folgte in der LBA (Lehrerbildungsanstalt) Straubing von 1929 bis 1935 die Ausbildung zum Lehrer. Der jugendliche Theodor empfand diesen Lebensabschnitt als eine sehr harte Zeit. Er konnte von Straubing aus fast seine Heimat sehen, aber heimreisen durfte er nur dreimal im Jahr. Um möglichst schnell seinen Lehrberuf antreten zu können absolvierte er den freiwilligen Wehrdienst anschließend im Ostpreußischen Königsberg. Danach war er Aushilfslehrer und Praktikant in Pönning, Perasdorf, Haberskirchen, Perkam, Niedermötzing, Biburg und Egglkam. Als er dann Lehrer werden sollte, wurde 1937 die allgemeine Wehrpflicht ausgerufen und Theodor Ebner fand sich auf dem Fliegerhorst in Neubiberg wieder. Von 1938 bis 1939 war er der Flugabwehr zugeteilt und erlernte Abfangaufgaben im Flag-Scheinwerferregiment in Stettin. Als er nach dieser Ausbildung entlassen werden sollte, hieß es am frühen Morgen aus dem Reichsempfänger: "Seit 5 Uhr wird zurückgeschossen ...!" und Ebner wurde abkommandiert um im Westen das Vaterland gegen nachtfliegende Bomber zu verteidigen. Während der Kriegszeit wurde er zum Lehrer ernannt und gleichzeitig zum Schulleiter in Ottering. Aufgrund der Kriegswirren konnte er diese Stelle nie antreten. 1943 lernte er bei einem Einsatz in der Nähe von Osnabrück seine spätere Frau Ursula kennen. Am 3. Jan. 1944 wurde er in einer evangelischen Kirche in Jeggen getraut. Zum Kriegsende war seine Frau mit Sohn Rolf in Osnabrück und Theodor Ebner in Wien. Nach einer abenteuerlichen Flucht durch die Tschechei kam er wohlbehalten in Oberholzen an.
Nach dem Arbeitslager in Cham durfte er noch 1945 in die britische Zone zu seiner Familie nach Osnabrück reisen. Dort war er bis 1948 an einer Gesamtschule im Einsatz. 1947 wurde Sohn Gerd geborgen und dem Wohlwollen eines britischen Kommandeurs verdankt er die Genehmigung zur Heimreise nach Bayern. Als bayrischer Beamter begann er 1948 seinen Dienst in Perasdorf nördlich von Deggendorf. Die Schulleitung forderte dann 1950 seinen Einsatz in Hofkirchen. Als er seine Mutter fragte, wo denn Hofkirchen sei, so sagte die Bäuerin ganz selbstbewusst: "Bei Leitersdorf!", weil dorthin verwandtschaftliche Bande bestanden. Seine längste berufliche Aufgabe war dann als Schulleiter an der Grund- und Hauptschule Hofkirchen von 1950 bis zur Landschulreform 1969. Vorübergehend lehrte er in Grafentraubach und Bad Abbach, ehe er 1972 Schulleiter an der Grundschule in Feldkirchen wurde. Nach einer neunjährigen, beruflich sehr interessanten Dienstzeit ging er 1981 in den Ruhestand.
Theodor Ebners Leidenschaft galt und gilt der Musik. Er wurde 2001 für 50 Jahre als Chorleiter des Kirchenchor Hofkirchen geehrt. Für die kirchlichen Hochfeste studierte er als Organist mit dem Kirchenchor unzählige Kirchenlieder ein. Höhepunkte waren vor allem die Priminzen der örtlichen Priester, aber auch die Fahnenweihen und andere Jubiläen. Gleichzeitig übte er mit seinem Chor auch bayrisches Liedgut ein.
Bei Theater-Vorstellungen in Hofkirchen fungierte er als Regisseur und der Laudator des Kirchenchores Hofkirchen Konrad Stadler wußte von unvergesslichen Aufführungen im Zusammenhang mit dem begabten Anton Unterreitmeier zu berichten. Mesner Konrad Stadler würdigte in einer Ansprache die Verdienste des Jubilars, der in seiner 50jährigen Aktivität kulturelle Zeichen gesetzt hat, und den Chor geformt hat.
Wenn der naturverbundene "Herr Lehrer", wie er von vielen Bachlern noch heute gegrüßt wird, zurückblickt, dann bekennt er sich eindeutig zur ländlichen Schule. Denn auch diese Einrichtungen haben ausreichend "kluge Köpfe" hervor gebracht. Ein Lächeln schleicht über sein Gesicht, wenn er über die aktuelle Schulpolitik erzählt, die er in der Tagespresse aufmerksam verfolgt. Als er damals für Kombi-Klassen gekämpft hatte, hat die Politik anders entschieden. Heute ist die Kombi-Klasse nach dem Willen der Politiker der "neueste Hit" und die Eltern melden die Kinder in der Mehrzahl in diese vermeintlich neue Klassenform. |
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