.

Florianifest in Hofkirchen

Feierliche Fahrzeugweihe am Sonntag

Am Sonntag, den 25. Mai, findet in Hofkirchen das Florianifest der Feuerwehren der Großgemeinde Laberweinting statt. Neben den zehn gemeindlichen Feuerwehren beteiligen sich auch die Ortsvereine der Bachorte an den Feierlichkeiten. Der besondere Anlass für dieses Fest ist die Segnung und Übergabe eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges an die Feuerwehr Hofkirchen.

Bereits ab 8.15 Uhr treffen sich die Vereine im Gasthaus Roßmeier, wo ein Weißwurstfrühstück angeboten wird. Um 9.30 Uhr stellen sich die Vereine dann im Roßmeierhof zum Kirchenzug auf. Unter den Marschklängen der Grafentraubacher Bläser führt der Zug zuerst ein Stück Richtung Haimelkofen und dann bis zur Abzweigung zum Poschenhof und zurück zur Kirche. Nach dem Gottesdienst versammeln sich die Vereine im Roßmeierhof zur Fahrzeugsegnung durch Pfarrer Bäuml. Anschließend wird im Gasthaus gemeinsam das Mittagessen eingenommen.

Am Nachmittag ist dann Gelegenheit, das neue Fahrzeug zu besichtigen und die Kinder dürfen bei Rundfahrten mitfahren. Die Feuerwehr bietet dabei im Roßmeierhof Kaffee und Kuchen und am Abend Grillspezialitäten und Brotzeiten an.
 

Oh heiliger St. Florian, du Wasserkübelmann!

Die Geschichte des Heiligen und seine Bedeutung in unserer Zeit.

An vielen katholischen Häusern, vor allem aber an Feuerwehrgerätehäusern und in unseren niederbayerischen Kirchen, finden wir Bilder oder Figuren eines römischen Offiziers mit Helm und Fahne. Aber anstelle eines Schwertes hält er einen Wasserkübel in der Hand, womit er das Feuer eines brennenden Hauses löscht. Die meisten von uns kennen seinen Namen: Es ist der heilige Florian, der besonders als Patron in Feuersgefahr, aber auch in Wassernot verehrt wird. Wenn man aber nach seinen Lebensumständen und dem Grund für dieses Patronat fragt, dann dürften selbst manche altgedienten Feuerwehrler die Schultern zucken.

Ehrlich gesagt: die wirklich historischen Lebensdaten sind auch ziemlich spärlich, und selbst die werden noch von manchen Forschern angezweifelt. Aber wie bei jedem bedeutenden Menschen bilden sich im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte zahllose Legenden, die zwar oft erfunden sind, aber trotzdem etwas Wertvolles aussagen können. Denn Legenden sind immer Bedeutungsgeschichten - und die Bedeutung eines Menschen ist viel wichtiger als die bloßen Lebensdaten.

Ein hoher Militärbeamter in Noricum, dem heutigen Oberösterreich, soll er gewesen sein, der Offizier Florian, und zwar zu einer Zeit, da der römische Kaiser Diokletian die Christen besonders heftig verfolgte. Dieser Kaiser hatte im Prinzip nichts dagegen, wenn jemand einen anderen Glauben hatte - aber er verlangte um der Einheit des Reiches willen, dass man auch den römischen Göttern opferte. Auf diese Weise sollte man zeigen, dass man sich mit dem römischen Reich solidarisch fühlte. Aber ihr strenger Eingottglaube verbot den Christen, außer Gott auch noch andere Göttern zu verehren.

Florians Chef, der Statthalter Aquilinus, führte den Befehl des Kaisers gehorsam aus und ließ die Christen seiner Provinz aufspüren und ins Gefängnis werfen. Er hätte sie sofort freigelassen, wenn sie das verlangte Opfer dargebracht hätten - aber die meisten Christen weigerten sich tapfer. So kam es, dass inzwischen bereits vierzig Christen, darunter auch Soldaten, auf ihren Tod warteten.

Als der Offizier Florian davon hörte, machte er sich sofort auf, um ihnen beizustehen. Da stößt er auf dem Weg auf eine Truppe, die den Auftrag hatte, Christen zu verhaften. Sofort bekannte sich Florian als Christ und ließ sich von ihnen zu seinem Chef Aquilinus bringen.

Der war nun in einer peinlichen Lage. Hier der Befehl des Kaisers - und da die Sympathie und Hochachtung gegenüber einem tüchtigen Offizier! Daher versuchte er mit freundlichen Worten, Florian zu einem Opfer zu überreden. Als der entgegnete, bereit zu sein, für Christus jede Qual zu erleiden, machte der Statthalter einen psychologischen Fehler. Er begann nämlich, den Florian auszuspotten, so nach dem Motto: „Na, dann schauen wir doch mal, wie viel du aushalten kannst!"

Florian reagierte mit Trotz. Er betete laut zu Gott um Kraft, damit er alle Folterungen ertragen könne. Da war auch beim Statthalter die Freundlichkeit zu Ende und er geriet in Wut. In brutaler Weise ließ er seinen eigenen Offizier martern, und als der keine Anstalten machte, klein beizugeben, verschärfte er die Folter noch.

Schließlich reichte es Aquilinus, und er gab den Befehl, Florian einen Stein um den Hals zu binden und in die Fluten der reißenden Enns zu versenken. Auf der Brücke - im Gebiet des heutigen Lorch - angekommen, kniete Florian nieder und empfahl freudig seine Seele Gott, was die Umstehenden sichtlich beeindruckte - denn keiner wollte den tapferen Offizier in die Tiefe stürzen. Da drängte sich plötzlich ein junger Mann durch die Menge und gab dem Gefesselten von rückwärts einen Stoß, so dass der über die Brücke in den Fluss stürzte.

Das geschah im Jahr 304. Am 4. Mai feiern wir den Namenstag von St. Florian, der auch zu den 14 Nothelfern zählt. In den letzten Jahren wurde auch Florian (lateinisch „der Blühende“) als Taufname wieder sehr beliebt. Einige junge Burschen in unseren Dörfern tragen diesen schönen Namen. Als vor etwa 150 Jahren unsere Feuerwehren gegründet wurden, erwählten sie den heiligen Florian als Ihren Schutzpatron, da die Heiligenlegende erzählt, dass er in seiner Jugend durch sein Gebet ein brennendes Haus gerettet habe und er durch sein Martyrium eine enge Bindung zum Wasser hatte.

Das Florianifest, das wir mit den Feuerwehren unserer Gemeinde und zum Gedenken an den beliebten Heiligen feiern ist immer wieder Anlass, allen Menschen zu danken, die sich nicht aus allem heraushalten, sondern kräftig mit anpacken, wenn Not am Mann ist. Ganz besonderer Dank gilt den Feuerwehrmännern, unseren „Florians-Jüngern" für ihren unermüdlichen Einsatz.

 Zusammengestellt von Richard Stadler, Mai 2003

 Quellen:         - Florian, von Eberhard Gottsmann, OStR,

                        - Ökomenisches Heiligenlexikon.de

                        - Eigenes Fotoarchiv

Der Hl. Florian in der Pfarrkirchen Grafentraubach Der Mühlstein, der dem Heiligen den Tod gebracht hat.
030519